Sonderseite zu Bratzdrum Konrad 29.10.1942 gefallen

Schreiben von der Kompanie an Frau Batzdrum

              

                                                                              den 1.11.1942

Ich muß Ihnen die schwere Nachricht zukommen lassen, daß ihr Mann, der Unzeroffizier Konrad Bratzdrum bei den schweren Kämpfen im Spartakowka (Nordteil von Stalingrad) am 28.10.1942 vermißt wurde und wahrScheinlich den Heldentod für Führer und Volk fand. Am 28.10.1942 wurde in Spartakowka durch deutsche Truppen angegriffen, wobei Ihr Mann einen Stoßtrupp führte. In schneidigem Vorgehen und zähen Kampf konnte Ihr Mann mit seinem Trupp den Feind aus mehreren Stellungen vertreiben oder ihn vernichten. Vor einer sehr gut ausgebauten feindlichen Stellung wurde er schwer verwundet.  Als Kameraden ihn zurückschaffen wollten, schlug schweres Granatwerferfeuer dicht dabei ein und verwundete sämtliche Kameraden und außerdem Ihren Mann nochmals. Das Granatwerferfeuer war dann so stark, daß jeglicher Versuch Ihren Mann zurückzuholen eingestellt werden mußte. Nach Aussagen seiner Kameraden traf Ihren Mann noch zum dritten Male eine Granate, Es wird versucht werden, die Leiche Ihres Mannes zu bergen, um ihm ein Ehrenvolles Soldatengrab zu geben. Diese Nachricht wird für Sie wohl eine der schmerzlichsten Ihres Lebens sein und die ganze Kompanie fühlt sich im

 

                                                                              den 19.11.1942

                                                       Sehr geehrte Frau Bratzdrum !

Am 6. November 1942 wurde Ihrem Mann für Sein tapferes und unerschrockenes Verhalten bei den Angriffen gegen Spartakowka das Eiserne Kreuz I.Klasse verliehen. Ihr Mann hat bei diesen Angriffen einen Stoßtrupp geführt und hat an mehreren Tagen starke feindliche Stellungen niedergekämpft. Die Einnahmen dieser Stellungen war für die ganze Division von großer Wichtigkeit und so hat der Divisionskommandeur ihm die große Auszeichnung Verliehen, die seine Tapferkeit vor dem Feinde Würdigt. Leider wird es Ihrem Mann nie mehr vergönnt sein, diese hohe Tapferkeitsauszeichnung zu tragen, und so sende ich Sie mit diesem Schreiben an Sie als kleinen Trost in Ihrem Schmerz und zur Erinnerung. Außerdem lege ich diesem Schreiben das Ihrem Mann verliehene Sturmabzeichen bei, das Ihm auch nicht ausgehändigt werden konnte. Beide Auszeichnungen sprechen mehr als alle Worte vom Einsatz eines unserer Besten für sein Vaterland.

Leider kann ich Ihnen bezüglich Ihres Mannes noch nichts Neues berichten.

Es grüßt Sie mit Heil Hitler !

Ihr Oberleutnant Glodkowski              Anliegend 1 EK I mit Urkunde, 1 Sturmabzeichen

                                       den 17.01.1943

 

                                                      Sehr geehrte Frau Bratzdrum !

Für Ihren Brief vom 14.12.1942 meinen besten Dank. Leider kann ich Ihnen bezüglich Ihres Mannes Immer noch nichts genaues berichten. Es ist für mich schmerzLich, Ihnen dies schreiben zu müssen, aber ich glaube daß ich Ihnen in absehbarer Zeit keine Klarheit geben kann. Das dienstliche Interesse verbittet mir im Augenblick, Näheres darüber zu schreiben, weswegen Eine weitere Nachforschung so schwierig ist. Trotzdem hoffe ich, daß doch eines Tages Licht in die ganze Angelegenheit kommen wird. Allerdings muß man Dabei mit dem Schmerzlichsten rechnen. Zu den Nachlaßsachen Ihres Mannes möchte ich Ihnen noch mitteilen, daß die beim Troß gebliebenene Nachlaßsachen und Geld Mitte November an Ihre Adresse Abgesandt wurden. Ich hoffe, daß Sie schon im Besitz Dieser Sachen sind. In der Hoffnung, Ihnen bald Genaueres mitteilen zu können, grüße ich Sie mit  

Heil Hitler

Oberleutnant Glodkowski

 

                                                                                den 24.05.1943

                                                         Sehr geehrte Frau Bratzdrum

Leider habe ich bisher auf Ihren Brief vom 26.03.1943 nicht antworten können, da ich mich nicht bei der Kompanie befand. Inzwischen habe ich bezüglich Ihres Mannes einiges erfahren. Dieses wird aber für Sie sehr bitter sein, da es die letzte Hoffnung auslöscht, daß Ihr Mann noch am Leben ist. Der Gefreite Georg Preuß war Am 28.10.1942 beim Angriff nördlich Stalingrad mit Ihrem Mann zusammen und wurde fast zur gleichen Zeit schwer verwundet wie Ihr Mann. Auch er galt anfangs als vermißt, hat sich dann aber zurückgeschleppt und wurde in ein Lazarett eingeliefert. Vor kurzer Zeit erhielt ich von ihm einen ausführlichen Brief, worin er schrieb, daß er zusammen mit Ihrem Mann schwer verwundet wurde, längere Zeit neben ihm 

 Weiterer Text fehlt